Polnischer Versicherungsmarkt
Die fünf größten Versicherungsgruppen des Landes erwirtschafteten in den ersten drei Quartalen 2025 rund 79 % der verrechneten Prämien. Mit rund 63 % haben dazu die drei größten Versicherungsgruppen beigetragen.
Marktentwicklung 1.–3. Quartal 2025 im Vorjahresvergleich
Werte 1.–3. Quartal 2025
Der polnische Versicherungsmarkt hat im 1.–3. Quartal 2025 PLN 66,0 Mrd. erwirtschaftet und somit ein Plus von 4,3 % gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres. Der Anstieg ist auf die gute Entwicklung sowohl der Nichtlebensversicherung (+4,6 %) als auch der Lebensversicherung (+3,5 %) zurückzuführen.
Die Kfz-Versicherung konnte im 1.–3. Quartal 2025 Zuwächse verzeichnen: Die Kfz-Haftpflichtversicherung wuchs mitunter aufgrund der gestiegenen Durchschnittsprämien (+4,0 %) um 8,8 % gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres. Die Prämien in der Kfz-Kaskoversicherung stiegen um 5,2 %, was mitunter auf die gestiegene Anzahl der Verträge (+5,4 %) zurückzuführen ist. Die Nicht-Kfz-Versicherungssparten wuchsen moderat um 1,8 %, wobei die Rechtsschutzversicherung (+16,2 %) und Assistance (+15,1 %) zweistellig zulegten. Nach dem deutlichen Anstieg in den vergangenen 2 Jahren gingen die Prämieneinnahmen der Krankenversicherungsprodukte in der Nichtlebensversicherung um 1,1 % im Vergleich zur Vorjahresperiode leicht zurück.
Die Lebensversicherung verzeichnete im 1.–3. Quartal 2025 ein Plus von 3,5 % gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres. Dies ist vorwiegend auf die positive Entwicklung der Lebensversicherung mit laufender Prämie zurückzuführen, die in den ersten neun Monaten 2025 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 6,5 % gestiegen ist. Die Lebensversicherung mit Einmalerlag verzeichnete im 1.–3. Quartal 2025 hingegen einen Rückgang um 16,0 %.
Die durchschnittlichen Versicherungsausgaben je Einwohner:in in Polen beliefen sich im Jahr 2024 laut Berechnungen basierend auf Daten des Internationalen Währungsfonds (IMF) und der polnischen Finanzmarktaufsichtsbehörde auf EUR 543 pro Kopf. Davon entfielen EUR 394 auf den Nichtlebens- und EUR 149 auf den Lebensbereich.
Marktanteile der größten Versicherungsgruppen
%-Anteile am Gesamtprämienvolumen
VIG-Gesellschaften in Polen
Am polnischen Markt ist die VIG-Versicherungsgruppe nach der Neustrukturierung ihres Marktauftritts im Jahr 2024 mit der Compensa Nichtleben, ihrem digitalen Versicherungsvermittler Beesafe, der InterRisk, dem Lebensversicherer Vienna Life sowie der Pensionkasse Vienna PTE vertreten. Darüber hinaus hält die InterRisk seit 2019 eine Beteiligung am wechselseitigen Versicherungsverein TUW „TUW“.
Die VIG-Versicherungsgruppe belegt in Polen mit einem Anteil von 9,1 % in den ersten neun Monaten 2025 den vierten Rang am Gesamtmarkt. Im Nichtlebensbereich sowie im Lebensbereich ist sie ebenso an vierter Stelle der Top-Versicherer gereiht.
Finanzielle Leistungsindikatoren im berichtspflichtigen Segment Polen
Versicherungstechnische Erträge
Im Jahr 2025 beliefen sich die versicherungstechnischen Erträge auf EUR 1.471,8 Mio. (2024: EUR 1.373,3 Mio.). Im Vergleich zur Vorjahresperiode entspricht dies einem Anstieg um 7,2 %. Der Anstieg ist vorrangig auf die positive Entwicklung der sonstigen Sachversicherung sowie der Lebensversicherung zurückzuführen.
Versicherungstechnische Erträge nach Sparten
Ergebnis vor Steuern
Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich 2025 um 62,5 % auf EUR 105,7 Mio. (2024: EUR 65,1 Mio.). Die deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf die Verbesserung der Combined Ratio zurückzuführen.
Das Ergebnis vor Steuern bereinigt um Anpassungen in Höhe von EUR 1,4 Mio. (2024: EUR 0,1 Mio.) ergab im Jahr 2025 ein operatives Gruppenergebnis im Segment Polen von EUR 107,1 Mio. (2024: EUR 65,1 Mio.). Die dabei berücksichtigten Anpassungen stammen aus Wertminderungen von Kundenstöcken in Höhe von EUR 1,4 Mio.
Netto Combined Ratio
Die Netto Combined Ratio belief sich im Jahr 2025 auf 91,8 % (2024: 95,6 %). Die Verbesserung der Netto Combined Ratio resultiert aus der positiven Geschäftsentwicklung in der Kfz-Haftpflichversicherung sowie der sonstigen Sachversicherung, insbesondere infolge höherer Durchschnitssprämien in der Haushaltsversicherung, sowie geringeren unwetterbedingten Schäden (Vorjahr: Sturmtief Boris).